Kurz gesagt
- Amazon zeigt zu jedem Angebot einen Link auf die detaillierten Verkäuferinformationen. Dort stehen Firmenname und Geschäftsanschrift. Zwei Klicks von der Produktseite entfernt steht damit Deine Wohnung, wenn Du keine zweite Anschrift hast.
- Amazon prüft die Geschäftsanschrift aktiv. Ein üblicher Weg ist eine Postkarte mit einem Code, der binnen weniger Tage im Konto eingetragen werden muss. Eine Adresse, an der niemand sitzt, wird an dieser Stelle zum Risiko.
- Rechtlich hängen daran § 5 Absatz 1 DDG für das Impressum und Artikel 30 der Verordnung (EU) 2022/2065 für die Marktplatzangaben. Beide verlangen eine echte, erreichbare Anschrift, kein Postfach.
- FBA ändert daran nichts. Wo Amazon Deine Ware lagert, ist eine logistische und umsatzsteuerliche Frage, keine Impressumsfrage.
- Ehrliche Grenze: Wir nehmen Briefe an und im Business-Paket auch einzelne Pakete für 3 € je Stück. Wir sind kein Lager, keine Retourenannahme und keine steuerliche Betriebsstätte nach § 12 AO.
Klick auf ein beliebiges Angebot, dann auf den Verkäufernamen neben dem Kaufknopf. Es öffnet sich eine Seite mit Bewertungen, Rückgaberichtlinie und einem Block, den Amazon detaillierte Verkäuferinformationen nennt. Darin: der Firmenname in der Schreibweise, die im Register steht, und die Geschäftsanschrift. Dieselben Angaben stehen ein zweites Mal im Impressumsfeld, das Amazon für den deutschen Markt bereithält. Für Käufer sind das zwei Klicks. Für Preisagenturen, Wettbewerber und Abmahnkanzleien sind es zwei Klicks, die sich automatisieren lassen. Wer als Einzelunternehmen aus der eigenen Wohnung heraus handelt, hat damit eine Adresse veröffentlicht, die er nie veröffentlichen wollte.
Deine Anschrift lebt bei Amazon in mehreren Feldern gleichzeitig, und sie werden nicht alle vom selben Team betreut.
- Detaillierte Verkäuferinformationen. Der öffentliche Block auf der Verkäuferseite mit Firmenname und Geschäftsanschrift. Das ist der Ort, den Käufer sehen.
- Impressumsfeld. Der Freitext, den Du in den Kontoeinstellungen pflegst und in dem die Angaben nach § 5 DDG stehen müssen.
- Geschäftsadresse im Konto. Die Adresse, an der Amazon Dich für Verifizierungen erreichen will.
- Rechnungs- und Zahlungsdaten. Die Anschrift, die zum Bankkonto und zur Steuernummer passen muss.
- Versand- und Rücksendeeinstellungen. Die Anschriften, an die Ware und Retouren tatsächlich gehen.
Diese Felder müssen zusammenpassen, sonst löst Amazon eine Überprüfung aus. Genau deshalb ist ein Adresswechsel bei Amazon kein Fünf-Minuten-Vorgang: Du änderst nicht ein Feld, sondern eine Kette. Plan dafür einen ruhigen Tag ein und ändere zuerst dort, wo die Registerdaten hängen, und zuletzt die öffentlichen Texte.
Menüwege und Beschriftungen ändert Amazon regelmäßig. Verlass Dich deshalb nicht auf eine Anleitung mit festen Klickpfaden, sondern darauf, dass es diese fünf Datenarten gibt und dass sie widerspruchsfrei sein müssen.






