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Hände legen ein Dokument auf die Glasfläche eines Scanners

Vergleich

Scan-Dienst oder Geschäftsadresse mit Postservice

Veröffentlicht 2026-08-29 · Aktualisiert 2026-08-29 · Autor: Susanne Stroot · Keine Rechtsberatung

Reine Scan-Dienste digitalisieren Post an Deiner bestehenden Anschrift. Wir liefern die Anschrift dazu. Wann welches Modell günstiger und sinnvoller ist.

Der Vergleich

Kurzfassung

Kurz gesagt

  • Das sind keine Konkurrenzprodukte, sondern zwei verschiedene. Ein reiner Scan-Dienst digitalisiert Post, die an eine Anschrift geht, die Du schon hast. Wir stellen die Anschrift und digitalisieren dazu.
  • Frag Dich zuerst: Willst Du Deine bestehende Anschrift behalten und nur die Papierflut loswerden? Dann reicht ein Scan-Dienst.
  • Willst Du Deine Wohnanschrift aus Impressum, Register und Rechnungen bekommen? Dann brauchst Du eine Anschrift, kein Scan-Abo.
  • Achtung beim Zustellweg: Ein Nachsendeauftrag ist nach Angabe der Deutschen Post nicht dafür vorgesehen, Briefe zum Zweck der Digitalisierung an eine andere Anschrift zu leiten. Ohne Anschrift beim Dienstleister bleibt nur die Empfangsvollmacht an Deiner eigenen Adresse.
  • Preislogik: Scan-Dienste rechnen Pauschale plus Stückpreis. Bei uns kippt die Rechnung ab etwa 30 geöffneten Briefen im Monat zugunsten des Pauschalpakets Digital Pro.

„Digitaler Briefkasten" ist ein Werbebegriff, hinter dem zwei Dinge stecken können. Entweder eine Software, die Deine vorhandene Post scannt und sortiert. Oder eine echte Anschrift, an der Post ankommt und die zusätzlich digitalisiert wird. Der Unterschied ist nicht die Scanqualität, sondern die Frage, ob es eine Adresse gibt, die Du veröffentlichen und in ein Register schreiben darfst.

Zwei verschiedene Produkte

Digitalisierung ohne Adresse. Der Dienst bekommt Deine Post, öffnet sie mit Deiner Vollmacht, scannt sie und stellt sie in einem Konto bereit. Deine Anschrift bleibt Deine Anschrift, meistens die Wohnung oder das Büro. Das löst ein Organisationsproblem: kein Papierstapel, alles durchsuchbar, der Steuerberater bekommt Belege sofort.

Adresse mit Digitalisierung. Du bekommst eine eigene Anschrift, unter der jemand annimmt, plus dieselbe Digitalisierung. Das löst zusätzlich ein Rechtsproblem: § 5 Abs. 1 DDG verlangt im Impressum die Anschrift, unter der Du niedergelassen bist, § 8 Abs. 4 Nr. 1 GmbHG verlangt für GmbH und UG eine inländische Geschäftsanschrift, § 14 GewO verlangt in der Gewerbeanzeige die Betriebsstätte. Eine Software erfüllt keine dieser drei Vorschriften.

Wer nur das erste Problem hat, sollte auch nur dafür zahlen.

Wie Scan-Dienste überhaupt an die Post kommen

Es gibt genau zwei Wege, und beide haben eine Bedingung.

Weg eins: Empfangsvollmacht an Deiner Adresse. Die Post kommt weiter an Deine Anschrift, jemand nimmt sie dort in Empfang, öffnet sie mit schriftlicher Vollmacht und scannt. Das ist der Weg, den Anbieter mit eigener Infrastruktur an Deinem Standort gehen. Rechtlich zählt dabei § 171 ZPO: An einen rechtsgeschäftlich bestellten Vertreter kann mit gleicher Wirkung zugestellt werden wie an Dich, wenn er eine schriftliche Vollmacht vorlegt.

Weg zwei: Umleitung der Post. Klingt naheliegend, ist aber der Weg mit den Fallstricken. Der Nachsendeservice der Deutschen Post ist nach deren eigener Angabe nicht dafür geeignet, Briefsendungen zum Zweck der Digitalisierung an eine andere Anschrift weiterzuleiten, und er ist für denselben Zeitraum und dieselbe Anschrift nicht mit dem Scan-Produkt der Post kombinierbar. Dazu kommt: Einschreiben sind von der Nachsendung ausgenommen. Alles dazu unter Nachsendeauftrag oder Geschäftsadresse.

Das eigene Scan-Produkt der Deutschen Post arbeitet deshalb an Deiner bestehenden Anschrift, nicht an einer neuen. Es digitalisiert die Eingangspost und stellt sie werktäglich im Kundenkonto bereit, mit einer Mengenbegrenzung pro Monat und Ausnahmen für Zeitschriften, Bücher und Paketinhalte. Es ersetzt keine Anschrift und will das auch nicht.

Und dann ist da der Satz, um den niemand herumkommt. Der Bundesgerichtshof hat am 07.07.2023 entschieden, dass die Adresse eines Postdienstleisters, der lediglich mit der Weiterleitung beauftragt ist, keine ladungsfähige Anschrift ist (V ZR 210/22). Ein Dienst, der Post nur weiterreicht oder weiterscannt, macht seine Adresse damit nicht zu Deiner. Details unter Das BGH-Urteil zur ladungsfähigen Anschrift.

Blatt Papier im Einzug eines Multifunktionsgeräts

Kapitel 04

Die Gegenüberstellung in acht Kriterien

KriteriumReiner Scan-Dienst an Deiner AnschriftGeschäftsadresse mit Postservice
LadungsfähigNein, jedenfalls nicht durch den Dienst. Ladungsfähig bleibt Deine eigene Anschrift, also meist die Wohnung.Ja. Annahme vor Ort mit schriftlicher Empfangsvollmacht (§ 171 ZPO), im Business-Paket mit Firmenname am Briefkasten (§ 180 ZPO).
Handelsregister tauglichNein. Eingetragen wird Deine Anschrift, der Scan-Dienst taucht dort nicht auf.Ja im Business- und Digital-Pro-Paket, mit Bestätigung für Notar und Registergericht.
GewerbeamtNein. § 14 GewO fragt nach der Betriebsstätte, nicht nach dem Posteingangsweg.Ja, mit Bescheinigung. Die Gemeinde entscheidet im Einzelfall.
KostenMonatspauschale plus in vielen Fällen Stückpreis je Scan. Wir nennen keine fremden Preistabellen, weil sie schnell veralten; prüfe sie beim Anbieter selbst.7,90 € netto im Monat (Impressum), 24,90 € (Business), 49 € (Digital Pro), jährlich 20 % günstiger. Keine Kaution.
AufwandVollmacht erteilen, Konto einrichten. Deine Anschrift und Deine Impressumsangaben bleiben, wie sie sind.Einmalige Identitätsprüfung, danach binnen 24 Stunden aktiv. Danach Impressum, Rechnungen und gegebenenfalls Register auf die neue Anschrift umstellen.
Post digitalJa, das ist der ganze Zweck des Produkts. Umfang, Mengengrenzen und Formate unterscheiden sich je Anbieter.Ja. Umschlag-Scan am Eingangstag, drei geöffnete Scans im Impressum-Paket, zehn Voll-Scans im Business-Paket, unbegrenzt mit Freigabe je Brief im Digital-Pro-Paket.
FlexibilitätJe nach Anbieter, oft monatlich. Du bleibst an Deine bestehende Anschrift gebunden.Monatlich kündbar, Paketwechsel jederzeit, Anschrift ortsunabhängig nutzbar.
GrenzenLöst kein Impressums-, Register- oder Gewerbeamtsthema. Ändert nichts daran, wer Deine Wohnanschrift sehen kann.Keine private Meldeadresse. Keine Betriebsstätte nach § 12 AO ohne Tätigkeit vor Ort. Keine Post mit Gesundheits- oder Mandantendaten.

Wann ein reiner Scan-Dienst reicht

Wenn Deine Anschrift kein Problem ist, sondern nur der Papierberg. Das trifft auf drei Lagen zu. Erstens: Du hast ein eigenes Büro oder eine Praxis, die Anschrift steht ohnehin überall, Du willst nur Ablage und Suche. Zweitens: Du bist ein Team an einem festen Standort, und die Post soll digital an mehrere Personen verteilt werden. Drittens: Du willst Belege schneller beim Steuerberater haben und arbeitest sonst papierlos.

In diesen Fällen zahlst Du für eine Anschrift, die Du gar nicht brauchst, wenn Du zu uns kommst. Sag das ruhig im Erstgespräch, wir schicken Dich dann weiter.

Briefschlitz in einer Klinkerwand
Briefschlitz in einer Klinkerwand

Kapitel 06

Wann Du eine Anschrift brauchst

Sobald eine dieser Fragen mit Ja beantwortet wird. Steht Deine Wohnanschrift im Impressum, in der Datenschutzerklärung oder auf Rechnungen? Soll eine Kapitalgesellschaft angemeldet werden, die nach § 8 Abs. 4 Nr. 1 GmbHG eine inländische Geschäftsanschrift braucht? Muss eine Gewerbeanzeige nach § 14 GewO eine Betriebsstätte nennen, die nicht Dein Wohnzimmer ist? Arbeitest Du ortsunabhängig und hast schlicht keine feste Anschrift mehr, unter der zuverlässig jemand annimmt?

Dann ist Digitalisierung nur die halbe Antwort. Der Grund ist die Zustellung: Ein Brief muss ankommen und angenommen werden, sonst laufen Fristen ins Leere.

Praxisbeispiel

Rechenbeispiel, kein Kundenfall. Ein Steuerberatungsbüro mit eigener Kanzleianschrift bekommt 60 Briefe im Monat. Es braucht keine neue Adresse, die Anschrift steht seit Jahren im Briefkopf. Für dieses Büro ist ein reiner Scan-Dienst an der eigenen Anschrift die richtige Lösung, wir wären das falsche Produkt.

Dagegen eine Beraterin, die ihr Büro aufgegeben hat und ortsunabhängig arbeitet. Sie bekommt 12 Briefe im Monat, davon acht, die geöffnet werden müssen: Finanzamt, Versicherung, zwei Auftraggeber. Ihre Wohnanschrift steht bisher im Impressum und in der Gewerbeanzeige. Ein Scan-Dienst würde ihre acht Briefe digitalisieren und ihre Wohnanschrift genau dort lassen, wo sie ist.

Mit dem Impressum-Paket zahlt sie 7,90 € netto plus fünf zusätzliche Scans zu 1,50 €, also 15,40 € netto im Monat, das sind 18,33 € brutto. Ihre Wohnanschrift verschwindet aus Impressum und Datenschutzerklärung. Weil in ihrer Gewerbeanzeige eine Betriebsstätte steht, klärt sie mit ihrem Gewerbeamt, ob dort das Business-Paket mit Bescheinigung nötig ist. Vier Briefe im Monat sind reine Werbung; die sieht sie am Umschlag-Scan und lässt sie ungeöffnet, das kostet nichts.

Das passende Paket

Wenn Du wenig Post hast und vor allem Deine Wohnanschrift loswerden willst, reicht das Impressum-Paket für 7,90 € netto im Monat, jährlich 6,32 € netto im Monat, mit Umschlag-Scan am Eingangstag und drei geöffneten Scans inklusive. Wenn viel Post kommt und alles sofort digital vorliegen soll, passt Digital Pro für 49 € netto im Monat, jährlich 39,20 € netto im Monat, mit unbegrenzten Scans am Eingangstag, Freigabe je Brief und Weiterleitung der Scans an Deinen Steuerberater. Dazwischen liegt das Business-Paket für 24,90 € netto im Monat, das zusätzlich den eigenen Briefkasten ohne c/o und die Bestätigung für Handelsregister und Notar bringt.

Schreib uns, wie viele Briefe im Monat ankommen und ob Deine Anschrift irgendwo eingetragen ist: Beratung anfragen. Was mit jedem Brief passiert, steht unter Postservice im Detail, die Rechtslage zum Öffnen und Speichern unter Datenschutz beim Postscan.

Grenzen

Kostenlogik: Pauschale gegen Stückpreis

Fremde Angebote arbeiten meist mit einer Monatspauschale plus einem Stückpreis je geöffnetem Scan. Die Pauschalen bewegen sich im Markt üblicherweise im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich. Konkrete Zahlen fremder Anbieter nennen wir hier nicht, weil sie sich ändern und eine veraltete Tabelle mehr schadet als hilft.

Bei uns sieht die Rechnung so aus, nachgerechnet aus den Stückpreisen unter Preise und Stückpreise:

  • Impressum-Paket: 7,90 € netto plus 1,50 € je geöffnetem Brief, drei sind enthalten. Bei 10 Briefen: 7,90 + 10,50 = 18,40 € netto.
  • Business-Paket: 24,90 € netto, zehn Voll-Scans enthalten, jeder weitere 1,50 €. Bei 10 Briefen: 24,90 € netto.
  • Digital Pro: 49 € netto, Scans unbegrenzt am Eingangstag, dazu Freigabe je Brief und Weiterleitung der Scans per E-Mail an den Steuerberater. OCR-Volltextsuche und Ordner sind geplant und noch nicht verfügbar.

Die beiden Schwellen, an denen es kippt: Ab etwa 26 geöffneten Briefen im Monat ist Digital Pro günstiger als das Business-Paket mit Stückpreisen. Ab etwa 30 Briefen ist es auch günstiger als das Impressum-Paket mit Stückpreisen (7,90 + 27 × 1,50 = 48,40 € gegen 49 €). Darunter zahlst Du mit dem kleinen Paket weniger. Wir sagen Dir das im Gespräch, statt Dich in die große Pauschale zu schieben.

Nummerierte Briefkastenanlage in gedeckten Grautönen

Kapitel 10

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Umschlag-Scan und Voll-Scan?

Der Umschlag-Scan zeigt Dir die Außenseite: Absender, Datum, Format. Er läuft am Eingangstag und kostet in allen Paketen nichts extra. Der Voll-Scan bedeutet, dass der Umschlag geöffnet und der Inhalt digitalisiert wird. Dafür brauchen wir Deine schriftliche Postvollmacht, ohne sie öffnen wir nichts. Viele Kunden entscheiden am Umschlag-Scan, ob ein Brief überhaupt geöffnet werden soll.

Kann ich einen fremden Scan-Dienst mit Eurer Adresse kombinieren?

Technisch könntest Du das, sinnvoll ist es selten. Die Post kommt bei uns an, wir müssten sie an den anderen Dienst weiterleiten, das kostet 2,50 € plus Porto je Sendung und einen zusätzlichen Tag. Die Digitalisierung ist in unseren Paketen bereits enthalten. Wenn Dir eine bestimmte Funktion fehlt, sag uns welche, bevor Du zwei Verträge parallel führst.

Werden Einschreiben bei Euch gescannt?

Einschreiben werden von einer Person vor Ort angenommen und quittiert, das ist der Kern einer ladungsfähigen Anschrift. Der Umschlag-Scan geht am selben Tag raus. Ob wir öffnen und den Inhalt scannen, entscheidest Du über die Postvollmacht. Bei Gerichtspost empfehlen wir, Dir zusätzlich das Original weiterleiten zu lassen, weil auf dem Umschlag das Zustelldatum vermerkt ist. Mehr dazu unter Einschreiben und Gerichtspost.

Wie schnell ist ein Brief bei Euch digital sichtbar?

Der Umschlag-Scan läuft am Eingangstag. Im Digital-Pro-Paket wird auch der Inhalt am Eingangstag gescannt. In den beiden kleineren Paketen kommt der Voll-Scan nach Deiner Freigabe dazu, in der Regel am selben oder am folgenden Werktag. Feste Zusagen in Stunden machen wir nicht, weil der Posteingang selbst nicht in unserer Hand liegt.

Was kostet es, wenn ich mehr Scans brauche als im Paket enthalten sind?

Jeder zusätzliche geöffnete Brief kostet 1,50 €. Es gibt keine Staffel und keine Nachzahlung am Jahresende, Du siehst die Position auf der Monatsrechnung. Wenn sich abzeichnet, dass Du dauerhaft über 26 Briefen im Monat liegst, sagen wir Dir aktiv Bescheid, dass Digital Pro für Dich günstiger ist.


Hinweis: Dieser Vergleich ist keine Rechtsberatung. Er gibt den Stand vom 29.08.2026 nach den unten genannten Quellen wieder. Leistungen und Preise anderer Anbieter ändern sich; prüfe sie vor einer Entscheidung dort selbst. Registergerichte, Gewerbeämter und Finanzämter entscheiden im Einzelfall.

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 29.08.2026.

Nächster Schritt

Sag uns, wofür Du die Adresse brauchst.

Du schilderst Dein Vorhaben, wir antworten an Werktagen bis zum nächsten Werktag und schicken Dir ein Angebot. Kein Kaufabschluss auf der Website. Fragen vorab: info@geschaeftsadresse-online.de.

Business, ohne c/o24,90 € netto im Monat

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