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Zwei rote Aktenordner auf einem Holztisch

Für wen

Geschäftsadresse für Agenturen

Remote-Agenturen brauchen eine feste Anschrift für Impressum, Verträge und Ausschreibungen. Dazu die Haftungsfrage, wenn Du Kunden-Impressen betreust.

Am Briefkasten steht
Muster Media UG(haftungsbeschränkt)Schulstraße 531028 Gronau (Leine)

Ohne c/o. So verlangt es das Registergericht (§ 8 Abs. 4 Nr. 1 GmbHG).

Der Fall

Remote arbeiten, trotzdem eine Anschrift führen

Kurz gesagt

  • Eine Agentur schreibt fremde Impressen und hat oft selbst keine belastbare eigene Anschrift, weil das Team verteilt sitzt und der Inhaber die Wohnung eingetragen hat.
  • Deine Anschrift steht nicht nur im Impressum nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 DDG, sondern in jedem Angebot, jedem Vertrag, jedem Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO und in jeder Ausschreibungsunterlage.
  • Wenn Du das Impressum eines Kunden falsch einbaust, haftet nach § 8 Abs. 2 UWG zuerst der Kunde als Inhaber des Unternehmens. Dass er sich das bei Dir zurückholt, ist eine Frage Deines Vertrags, nicht des UWG.
  • Für 24,90 € netto im Monat bekommst Du einen Briefkasten mit dem vollen Firmennamen ohne c/o, eine Adressbestätigung für Register und Vergabestellen und zehn Voll-Scans im Monat.
  • Ehrliche Grenze: Die Adresse ist kein Standort für Deine Mitarbeiter, keine Betriebsstätte nach § 12 AO und kein Nachweis von Personal oder Räumen, wenn eine Vergabestelle danach fragt.

Agenturen kennen die Impressumspflicht besser als jede andere Zielgruppe auf dieser Website. Sie bauen die Seite, sie setzen den Link in die Fußzeile, sie kopieren die Angaben aus dem Handelsregisterauszug des Kunden in das Feld im Content-Management-System. Und dann steht im eigenen Impressum die Wohnadresse des Gründers, weil die Agentur nie ein Büro hatte und niemand das je als Baustelle behandelt hat. Auffällig wird das an dem Tag, an dem ein Kunde einen Rahmenvertrag schickt, in dem Sitz, Anschrift und Registernummer der Agentur mit dem Handelsregisterauszug abgeglichen werden, oder wenn eine öffentliche Stelle Angebote nur von Unternehmen annimmt, deren Angaben zueinander passen.

Verteiltes Arbeiten ist eine Entscheidung über Arbeitsplätze. Zustellung ist davon unberührt. Gerichte, Registergerichte, Finanzämter, Berufsgenossenschaften und Rechteinhaber schreiben Papier, und sie schreiben an die Anschrift, die sie im Impressum oder im Register gefunden haben.

Für Agenturen kommt eine Besonderheit dazu: Ihr bekommt Post, die andere Unternehmen nie sehen. Abmahnungen wegen Bildlizenzen auf Kundenseiten, Auskunftsverlangen zu Domains, Schreiben von Rechteverwertern zu Musik in einem Werbevideo, Anfragen nach Art. 15 DSGVO, die eigentlich an den Kunden gerichtet sind und bei Euch landen, weil Ihr als technischer Ansprechpartner in der Domain-Registrierung steht. Das sind Sendungen mit Fristen, die niemand zwei Wochen liegen lassen darf.

Die naheliegende Lösung, ein Nachsendeauftrag oder eine automatische Weiterleitung, ist genau die, die rechtlich durchfällt. Der Bundesgerichtshof hat am 07.07.2023 entschieden, dass die Anschrift eines Postdienstleisters, der lediglich mit der Weiterleitung von Sendungen beauftragt ist und bei dem sich der Adressat nicht aufhält, keine ladungsfähige Anschrift im Sinne des § 253 Abs. 2 Nr. 1 ZPO ist (V ZR 210/22). Es braucht besetzte Räume zu den Geschäftszeiten und eine schriftliche Empfangsvollmacht. Beides gehört bei uns zum Vertrag.

Nummerierte Briefkastenanlage in gedeckten Grautönen

Kapitel 02

Anschrift in Angeboten, Verträgen, AVV und Ausschreibungen

Bei einer Agentur taucht die Anschrift in mehr Dokumenten auf als bei einem Shop, und die Dokumente werden von Menschen gelesen, die vergleichen.

DokumentWer liest esWas verglichen wird
Impressum, § 5 Abs. 1 Nr. 1 DDGKunden, Mitbewerber, AbmahnvereineAnschrift, Firmierung, Registernummer
Angebot und RahmenvertragEinkauf des KundenAnschrift gegen Handelsregisterauszug
Auftragsverarbeitungsvertrag, Art. 28 Abs. 3 DSGVODatenschutzbeauftragteAnschrift der Parteien, Unterauftragsverarbeiter
Rechnung, § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStGBuchhaltung, Betriebsprüfungvollständige Anschrift des leistenden Unternehmers
Teilnahmeantrag im Vergabeverfahren, § 44 VgVVergabestelleEintragung im Berufs- oder Handelsregister
Eignungsnachweis, § 122 GWBVergabestelleBefähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung
Domain- und Hosting-VerträgeRegistrare, ProviderAnschrift des Vertragspartners

Die beiden Vergabezeilen sind der Grund, warum Agenturen häufiger als andere eine saubere Anschrift brauchen. § 122 Abs. 2 GWB verlangt Eignung, dazu gehört die Befähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung. § 44 Abs. 1 VgV erlaubt der Vergabestelle, dafür den Nachweis der Eintragung in einem Berufs- oder Handelsregister zu verlangen. Was dort steht, muss zu Deinem Briefkopf passen. Eine gemietete Geschäftsanschrift ist dafür kein Ausschlussgrund, solange sie im Register eingetragen und tatsächlich erreichbar ist. Sie ersetzt aber keinen Nachweis über Personal, Referenzen oder technische Ausstattung, wenn danach getrennt gefragt wird.

Wenn Du bereits eingetragen bist und die Anschrift wechselst, wird die Reihenfolge wichtig, weil Register, Gewerbeamt, Verträge und Impressum nicht am selben Tag umgestellt werden können. Die Abfolge steht unter Geschäftsanschrift ändern, Schritt für Schritt.

Haftung, wenn Du für Kunden Rechtstexte einbaust

Der Punkt wird in Agenturverträgen selten sauber geregelt, und er kostet regelmäßig Geld.

Ausgangspunkt ist § 8 Abs. 2 UWG: Werden Zuwiderhandlungen in einem Unternehmen von einem Mitarbeiter oder Beauftragten begangen, richten sich Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch auch gegen den Inhaber des Unternehmens. Für Euch heißt das: Baut Ihr ein unvollständiges Impressum oder eine fehlerhafte Preisangabe auf der Seite eines Kunden ein, wird zuerst der Kunde abgemahnt. Er ist der Inhaber, Ihr seid der Beauftragte. Für den Kunden ist das keine gute Nachricht, aber es ist auch für Euch keine, weil er sich den Schaden anschließend bei Euch holt, und zwar über den Vertrag, nicht über das UWG.

Zwei Details, die den Unterschied machen. Erstens: Nach § 13 Abs. 4 Nr. 1 UWG ist der Anspruch auf Ersatz der Abmahnkosten gegenüber Mitbewerbern ausgeschlossen, wenn es um Verstöße gegen Informations- und Kennzeichnungspflichten im elektronischen Geschäftsverkehr oder in digitalen Diensten geht und das abgemahnte Unternehmen in der Regel weniger als 250 Personen beschäftigt. Der Unterlassungsanspruch bleibt bestehen, und Wirtschafts- und Verbraucherverbände sind von der Regel nicht erfasst. Ein Impressumsfehler ist damit billiger geworden, aber nicht folgenlos. Wie ein solcher Vorgang abläuft, steht unter Ablauf einer Abmahnung.

Zweitens: Rechtstexte zu erstellen ist Rechtsdienstleistung im Sinne des § 2 Abs. 1 RDG und Agenturen ohne Zulassung dürfen das nicht als eigenständige Leistung anbieten. Zulässig ist der technische Einbau von Texten, die der Kunde selbst oder sein Anwalt geliefert hat. Diese Grenze gehört in Dein Angebot, in Deinen Vertrag und in die Abnahme, sonst haftest Du für einen Text, den Du gar nicht schreiben durftest.

Praktisch bewährt hat sich eine Zeile im Übergabeprotokoll: Wer die Pflichtangaben geliefert hat, wer sie geprüft hat, und ab wann der Kunde für die Pflege verantwortlich ist. Das ist kein Papierkram, das ist die Grundlage, auf der später jemand entscheidet, wer zahlt.

Geöffnetes Briefkastenfach mit eingelegter Post in einer Briefkastenanlage
Geöffnetes Briefkastenfach mit eingelegter Post in einer Briefkastenanlage

Kapitel 04

Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO

Agenturen sind die Zielgruppe, die diesen Abschnitt tatsächlich liest, deshalb hier ohne Vereinfachung.

Für Deine Kunden bist Du in der Regel Auftragsverarbeiter, sobald Du Analysewerkzeuge betreust, Newsletter versendest, Formulardaten siehst oder Zugriff auf einen Shop hast. Art. 28 Abs. 3 DSGVO verlangt dafür einen Vertrag mit festgelegtem Gegenstand, Dauer, Art und Zweck der Verarbeitung, Art der Daten und Kategorien betroffener Personen. Art. 28 Abs. 2 DSGVO verlangt, dass Du keine weiteren Auftragsverarbeiter ohne Genehmigung des Verantwortlichen hinzuziehst. Genau hier taucht die Adressfrage wieder auf: Deine Kunden führen Dich in ihrer Liste der Unterauftragsverarbeiter mit Firmierung und Anschrift. Ändert sich die Anschrift, ändern sich die Anlagen von Dutzenden Verträgen.

Für unsere eigene Leistung gilt dasselbe in die andere Richtung. Wenn wir Deine Post öffnen, scannen und speichern, verarbeiten wir Daten in Deinem Auftrag. Du bist Verantwortlicher, wir sind Auftragsverarbeiter, und wir schließen mit Dir als Anlage zum Vertrag einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Für die Metadaten des Postbetriebs, also Eingangsdatum, Anzahl der Sendungen und Abrechnung, sind wir selbst Verantwortlicher. Den vollständigen Text kannst Du vor der Anfrage lesen: Unser Auftragsverarbeitungsvertrag. Die technischen und organisatorischen Maßnahmen und die Löschfristen für Scans und Originale stehen unter Datenschutz beim Postscan.

Wichtig für Deine eigene Dokumentation: Wir sind nicht Dein Unterauftragsverarbeiter für Kundendaten. Wir verarbeiten Deine Geschäftspost, nicht die Daten Deiner Kunden. Beides in dieselbe Liste zu schreiben, sorgt bei der nächsten Datenschutzprüfung Deines Kunden für Rückfragen, die niemand braucht.

Was Du Deinen Kunden zur Adresse ehrlich sagen kannst

Viele Agenturen richten für Kunden Impressen mit gemieteten Anschriften ein und werden gefragt, ob das erlaubt ist. Die belastbare Antwort besteht aus drei Sätzen.

Erstens: § 5 DDG verlangt eine Anschrift, unter der der Anbieter niedergelassen ist und erreichbar ist. Eine gemietete Geschäftsanschrift erfüllt das, wenn dort tatsächlich angenommen wird und eine Empfangsvollmacht besteht. Zweitens: Ein Postfach erfüllt es nicht, weil ein Postfach keine Zustellung ermöglicht, sondern nur eine Abholung. Drittens: Ob eine Adresse im Einzelfall als ladungsfähig gilt, entscheidet das Gericht, nicht der Anbieter. Wer Dir eine Zusage über die Ladungsfähigkeit gibt, verspricht etwas, das kein Anbieter versprechen kann.

Genauso wichtig ist, was Du nicht sagen solltest. Eine gemietete Anschrift begründet keine Betriebsstätte nach § 12 AO, weil dafür eine feste Geschäftseinrichtung mit Verfügungsmacht und eigener Tätigkeit nötig ist. Sie verlegt keinen Ort der Geschäftsleitung nach § 10 AO. Sie ändert nichts an der Gewerbesteuer, und sie verschafft niemandem ein Google-Unternehmensprofil. Wenn ein Kunde einen dieser Punkte hören will, sag ihm, dass es nicht geht. Das ist die Auskunft, die Dich später aus der Haftung hält.

Grenzen

Kosten für Agentur und Tochterfirmen

Alle Preise netto, keine Kaution, monatlich kündbar. Umschlag-Scan am Eingangstag ist immer enthalten, geöffnet wird nur mit Postvollmacht.

RechenbeispielPost im MonatRechnungMonatlich netto
Zweiköpfige Webdesign-GbR, nur Impressum und Rechnungen3 Briefe, alle öffnen7,90 € (3 Öffnungen inklusive)7,90 €
Agentur-GmbH mit sechs Freelancern, Briefkasten ohne c/o12 Briefe öffnen, 1 Paket24,90 € + 2 × 1,50 € + 3,00 €30,90 €
Agentur-GmbH plus Beteiligungs-UG, zwei Firmenschilderje 8 Briefe2 × 24,90 € + 2 × 5,00 €59,80 €

Bei jährlicher Zahlweise sinkt Business auf 19,92 € im Monat, also 239,04 € im Jahr je Gesellschaft. Einmalig kommen im Business- und Digital-Pro-Paket 29 € für Einrichtung und Identitätsprüfung nach dem Geldwäschegesetz dazu, und zwar je Gesellschaft, weil jede Gesellschaft eigener Vertragspartner ist. Ab etwa 16 geöffneten Briefen im Monat lohnt Digital Pro für 49 €, weil Scans dort unbegrenzt sind, die Originale einmal pro Woche weitergeleitet werden und die E-Mail-Weiterleitung an die Steuerberatung enthalten ist. Wie sich das gegen einen eigenen Raum rechnet, steht unter Eigenes Büro oder Geschäftsadresse.

Rechenbeispiel: Agentur mit sechs Freelancern

Rechenbeispiel, kein echter Kunde. Eine Agentur-GmbH mit zwei Gesellschaftern arbeitet ausschließlich remote, sechs Freelancer rechnen monatlich ab, Kunden sind Mittelständler und zwei Kommunen. Bisher stand die Wohnung des geschäftsführenden Gesellschafters im Handelsregister und im Impressum.

Post in einem typischen Monat: zwei Schreiben des Finanzamts, die Beitragsrechnung der Berufsgenossenschaft, drei Versicherungsbriefe, ein Schreiben eines Bildagentur-Anwalts zu einem Foto auf einer Kundenseite, zwei Vergabeunterlagen in Papier, drei Werbebriefe, dazu ein Paket mit Belegexemplaren einer Druckerei. Zwölf Briefe zum Öffnen, das Kontingent im Business-Paket liegt bei zehn, also zwei zusätzliche Voll-Scans zu 1,50 €, dazu 3,00 € Paketannahme. Monatskosten 30,90 € netto.

Der Anwaltsbrief zum Foto ist der Grund, warum die Umstellung überhaupt passiert ist: Er kam an einem Freitag, wurde am selben Tag als Umschlag gescannt, am selben Tag geöffnet und noch im Lauf des Tages an den Kunden und dessen Anwalt weitergeleitet. In der alten Konstellation hätte er im privaten Briefkasten gelegen, bis jemand aus dem Urlaub zurückkommt.

Welches Paket zur Agentur passt

Business für 24,90 € netto ist der Normalfall, sobald eine GmbH oder UG im Handelsregister steht: Briefkasten mit dem vollständigen Firmennamen ohne c/o, Adressbestätigung für Notar, Register und Vergabestellen, Empfangsvollmacht, Identitätsprüfung inklusive, zehn Voll-Scans im Monat, Paketannahme für 3 € je Paket. Das Impressum-Paket für 7,90 € reicht für eine GbR oder Einzelunternehmerin, die nur eine Anschrift für Impressum, Angebote und Rechnungen braucht. Digital Pro für 49 € lohnt, sobald mehrere Personen denselben Posteingang sehen sollen, jeder Brief einzeln freigegeben wird und die Steuerberatung automatisch mitlesen soll. Wenn mehrere Gesellschaften zusammengehören, lies vorher Mehrere Gesellschaften unter einer Anschrift, weil je Gesellschaft ein eigener Vertrag nötig ist.

Schreib uns, welche Rechtsform im Register steht, wie viele Gesellschaften Ihr führt und ob Ihr an Vergabeverfahren teilnehmt. Wir antworten an Werktagen bis zum nächsten Werktag mit einer Empfehlung und einem Preis: Agenturadresse anfragen.

Gestapelte braune Archivumschläge

Kapitel 07

Fragen von Agenturen

Dürfen wir dieselbe Anschrift für unsere Agentur und für unsere Kunden nutzen?

Nein, nicht mit einem Vertrag. Jedes Unternehmen, das die Anschrift im Impressum oder im Register führt, braucht einen eigenen Vertrag, eine eigene Identitätsprüfung nach dem Geldwäschegesetz und eine eigene Postvollmacht. Das ist keine Preisfrage, sondern eine Zurechnungsfrage: Wir müssen wissen, für wen wir Post annehmen, und wir dürfen Post nur an den Berechtigten herausgeben. Du kannst Kunden gern anfragen lassen und die Verträge parallel starten, aber der Vertragspartner ist immer das Unternehmen, dessen Name am Briefkasten steht.

Was passiert mit Post, die an einen unserer Kunden adressiert ist und bei uns ankommt?

Sendungen an einen Namen, der bei uns nicht als Kunde hinterlegt ist, werden nicht angenommen und gehen an den Absender zurück. Das klingt streng, ist aber der einzige saubere Weg. Nimmt ein Anbieter Post für jeden entgegen, der irgendwo eine Adresse abgeschrieben hat, weiß niemand mehr, wer empfangsberechtigt ist, und die Anschrift verliert genau die Eigenschaft, wegen der Du sie mietest. Wenn ein Kunde die Anschrift dauerhaft nutzen soll, braucht er einen eigenen Vertrag.

Können wir die Adresse in unsere Liste der Unterauftragsverarbeiter aufnehmen?

Das ist meistens falsch. Wir verarbeiten Deine Geschäftspost in Deinem Auftrag, wir verarbeiten nicht die personenbezogenen Daten, die Deine Kunden Dir anvertraut haben. In der Liste der Unterauftragsverarbeiter stehen die Dienstleister, die Du zur Erfüllung Deiner Auftragsverarbeitung für den Kunden einsetzt, also Hosting, Newsletter-Versand, Analysewerkzeuge. Anders liegt es nur, wenn Du uns tatsächlich Kundenunterlagen schickst oder Post mit Kundendaten an unsere Anschrift leiten lässt. Dann gehört die Weitergabe in den Vertrag mit dem Kunden.

Zählt eine gemietete Anschrift in einer öffentlichen Ausschreibung als Betriebssitz?

Das entscheidet die Vergabestelle nach ihren Unterlagen, nicht wir. § 44 Abs. 1 VgV erlaubt den Nachweis der Eintragung im Berufs- oder Handelsregister, und wenn Deine eingetragene Geschäftsanschrift unsere ist, passt das zusammen. Fragt die Vergabestelle darüber hinaus nach Betriebsräumen, Personal am Standort oder einer Niederlassung im Landkreis, reicht eine Anschrift nicht, weil sie nichts davon nachweist. Lies die Eignungskriterien vor der Abgabe und frag im Zweifel die Vergabestelle, nicht uns.

Wir arbeiten mit einem Zwischenholding-Konstrukt. Können Mutter und Tochter denselben Briefkasten teilen?

Beide Gesellschaften können dieselbe Anschrift führen, aber jede braucht ihren eigenen Vertrag, ihr eigenes Schild und ihre eigene Prüfung. Registergerichte schauen bei mehreren Gesellschaften unter einer Anschrift genauer hin, und ein gemeinsamer Briefkasten ohne getrennte Kennzeichnung ist der häufigste Grund für Rückfragen. Mit zwei Verträgen und zwei Firmenschildern zu je 5 € im Monat ist das sauber getrennt und für Dritte nachvollziehbar.

Quellen

Geprüft am 29.08.2026:

Dieser Text ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Ob eine Vergabestelle, ein Registergericht oder ein Auftraggeber eine gemietete Geschäftsanschrift im Einzelfall akzeptiert, entscheidet die jeweilige Stelle.

Nächster Schritt

Sag uns, wofür Du die Adresse brauchst.

Du schilderst Dein Vorhaben, wir antworten an Werktagen bis zum nächsten Werktag und schicken Dir ein Angebot. Kein Kaufabschluss auf der Website. Fragen vorab: info@geschaeftsadresse-online.de.

Business, ohne c/o24,90 € netto im Monat

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