Etsy fühlt sich lange wie ein Hobby an. Du nähst am Küchentisch, stellst zwölf Artikel ein, und irgendwann kommt der dritte Verkauf in einer Woche. Der Moment, in dem daraus rechtlich ein Gewerbe wird, hat keinen Ton und keine Benachrichtigung. Er ist trotzdem da, und ab da steht Deine Anschrift in den Verkäuferangaben, auf jeder Rechnung und auf jedem Paket, das Du verschickst. Viele Verkäuferinnen merken das erst, wenn eine Kundin nach einer verspäteten Lieferung ankündigt, dass sie „ja weiß, wo Du wohnst". Das lässt sich vorher lösen, und zwar für weniger Geld, als viele vermuten.
Es gibt keine Umsatzgrenze, ab der ein Hobby zum Gewerbe wird. Maßgeblich sind die Merkmale des § 15 Abs. 2 EStG: eine selbständige, nachhaltige Betätigung mit Gewinnerzielungsabsicht, die sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt. Nachhaltig heißt auf Wiederholung angelegt. Wer einen Shop eröffnet, Artikel dauerhaft einstellt und Versandkosten kalkuliert, erfüllt das in aller Regel vom ersten Tag an, auch bei kleinen Beträgen.
Daraus folgt zweierlei. Erstens die Anzeige nach § 14 Abs. 1 GewO beim Gewerbeamt am Ort der Betriebsstätte, also dort, wo Du tatsächlich arbeitest. Wenn Du zu Hause nähst, ist das Deine Wohnsitzgemeinde, daran ändert eine gemietete Anschrift nichts. Zweitens die Impressumspflicht nach § 5 Abs. 1 DDG, denn ein Etsy-Shop ist ein geschäftsmäßig angebotener digitaler Dienst.
Und hier liegt der Unterschied zu vielen anderen Marktplatzfragen: Die Impressumspflicht trifft Dich, nicht Etsy. Etsy stellt nur die Felder bereit. Fehlt die Angabe oder ist sie falsch, ist das Dein Problem, nicht das der Plattform. Unter Welches Paket passt zu Deinem Shop? siehst Du kompakt, welches unserer Pakete zu Deinem Etsy-Shop passt, je nachdem, ob Retouren zu Dir oder an die Geschäftsadresse gehen.



