Die Gewerbeanzeige richtet sich nach dem Ort, an dem Du Dein Gewerbe tatsächlich betreibst. Wer zu Hause arbeitet, meldet dort an, auch mit Geschäftsadresse. Nach § 14 Abs. 5 GewO dürfen Name, Geschäftsbezeichnung, betriebliche Anschrift und angezeigte Tätigkeit allgemein zugänglich gemacht werden. Wie diese Auskunft funktioniert, steht unter Gewerberegister-Auskunft.
Das heißt: Eine Geschäftsadresse macht Deine Wohnung nicht unauffindbar. Wer gezielt beim Gewerbeamt nachfragt, kann sie erfahren. Sie verschwindet aber aus Impressum, Rechnungen, Profilen und Handelsregister, also von den Stellen, an denen sie jeder beiläufig lesen kann. Mit Business oder Digital Pro (ohne c/o) bekommst Du eine Bescheinigung; manche Ämter tragen die Adresse damit zusätzlich als Geschäfts- oder Postanschrift ein, andere nicht. Wie das im Formular aussieht, steht unter Gewerbeanmeldung mit Mietadresse.
Auch steuerlich bleibt es bei der Wohnung. Ein Arbeitszimmer oder ein Arbeitsplatz zu Hause kann eine feste Geschäftseinrichtung im Sinne des § 12 AO sein, die gemietete Anschrift ist es nicht.
Wann die Wohnadresse die richtige Wahl ist
Wir vermieten Anschriften, und trotzdem ist die Wohnung für manche die bessere Lösung. Das gilt, wenn Du keine Website mit Impressum betreibst, nur für wenige Stammkunden arbeitest, keine Gesellschaft eintragen willst, Deine Anschrift ohnehin bekannt ist, etwa in einem kleinen Ort, und in absehbarer Zeit nicht umziehst. Dann zahlst Du für eine Geschäftsadresse Geld für ein Problem, das Du nicht hast. Sobald aber eines dieser Merkmale kippt, lohnt es sich, die Rechnung neu zu machen, am besten vor der Gründung und nicht danach.
Mischmodell: Wohnung und Geschäftsadresse kombinieren
Oft braucht es kein Entweder-oder. Ein Mischmodell ist dann die naheliegende Lösung:
- Arbeiten in der Wohnung, Gewerbe dort angemeldet, Finanzamt kennt die Anschrift.
- Öffentliche Anschrift gemietet: Impressum, Rechnungen, Profile, Angebote, bei Gesellschaften das Handelsregister.
- Pakete und Ware an eine Anschrift, die dafür gebaut ist: die Wohnung, eine Packstation für private Sendungen, ein Lager oder ab Business die Paketannahme bei uns.
- Kunden triffst Du bei ihnen, online oder in einem gemieteten Besprechungsraum, nicht in der Küche.
Wann sich statt der Adresse ein eigener Raum lohnt, weil Du Kunden empfängst oder Mitarbeiter hast, vergleicht Eigenes Büro oder Geschäftsadresse.
Praxisbeispiel: Grafikerin, Umzug geplant
Modellfall, kein echter Kunde. Eine Grafikerin arbeitet selbstständig aus ihrer Mietwohnung in Hildesheim, hat eine Website mit Impressum und plant in einem Jahr einen Umzug nach Hannover. Mit der Wohnadresse müsste sie beim Umzug Impressum, Rechnungsvorlagen, drei Plattformprofile und das Bankkonto ändern. Mit dem Impressum-Paket für 7,90 € netto im Monat steht die c/o-Anschrift in Gronau (Leine) überall, und beim Umzug ändert sich dort nichts. Die Gewerbeanzeige zieht mit ihr um, weil sie dort arbeitet, wo sie wohnt. Wo Deine Wohnanschrift heute überall steht, arbeitest Du mit der Checkliste Privatadresse entfernen ab. Arbeitest Du von zu Hause, zeigen Adresse für Dein Kleingewerbe und Geschäftsadresse fürs Nebengewerbe die saubere Aufteilung; wer Deine Anschrift beim Gewerbeamt erfährt, erklärt Gewerberegister-Auskunft.