Als Student meldest Du Dein Gewerbe bei der Gemeinde an, in der Du tatsächlich arbeitest, meist also am Wohnort, auch wenn das ein WG-Zimmer ist. Für Impressum, Rechnungen und Plattformprofile darfst Du eine andere, dauerhaft erreichbare Anschrift nutzen. Eine c/o-Geschäftsadresse bleibt gleich, wenn Du im Studium umziehst, und hält Deine Wohnung aus dem Netz.
Das eigentliche Problem heißt Umzug
Wer neben dem Studium Nachhilfe gibt, Websites baut, Social-Media-Kanäle für Firmen betreut oder gebrauchte Kameras weiterverkauft, hat selten ein Adressproblem am ersten Tag. Es kommt mit dem ersten Umzug. Viele Studierende wohnen im Studium an mehreren Orten: das Elternhaus, das erste Wohnheimzimmer, die WG ab dem dritten Semester, vielleicht ein Auslandssemester, danach ein Masterstudium in einer anderen Stadt.
Jede dieser Adressen müsste sonst in vielen Systemen nachgezogen werden:
- Impressum auf der eigenen Website, bei Instagram, TikTok oder YouTube, im Profil auf der Nachhilfebörse
- Rechnungen an Kunden und Auftraggeber, dazu die Vorlagen im Rechnungsprogramm
- Verkäuferkonten bei Marktplätzen, bei denen Anschriftsänderungen oft eine neue Prüfung auslösen
- Verträge mit Agenturen oder Auftraggebern, in denen die Anschrift als Vertragspartner steht
- Finanzamt, Krankenkasse, Bank, die ohnehin Deine Wohnanschrift brauchen
Die letzte Stelle, also Finanzamt, Krankenkasse und Bank, musst Du bei jedem Umzug anpassen, das lässt sich nicht vermeiden. Die ersten vier aber zeigen nach außen, wer Du bist und wo Du erreichbar bist. Wenn dort eine feste Geschäftsadresse steht, änderst Du beim Umzug nur Deine private Meldeadresse und die Gewerbeanzeige, nicht jede Website, jeden Rechnungskopf und jedes Plattformprofil.
Dazu kommt der Schutz der Wohnung. Ein Impressum mit WG-Adresse nennt nicht nur Dich, sondern verrät auch, wo Deine Mitbewohner wohnen. Im Wohnheim steht dann die Zimmernummer im Netz. Wer Nachhilfe gibt oder mit Reichweite auf Social Media arbeitet, will das meist nicht.



